12. Mai 2007: Aktionstag gegen Rechts in Landshut


Auch über 60 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus ist es notwendig gegen Nazis aktiv zu werden. NPD und DVU sitzen heute wieder in Parlamenten. Rechte Aufmärsche und die Zahlen rechtsextremer Übergriffe auf Menschen nehmen ständig zu. Auch Stadt und Landkreis Landshut sind von rechter Gewalt betroffen. Die Naziszene in und um Landshut wird zusehends aktionsfähiger und schreckt auch vor gewalttätigen Übergriffen und Psychoterror nicht zurück.
Nazi-Skins treten in größeren Gruppen  auf, rassistische Pöbeleien und Hitlergruß  werden immer unverfrorener auf Dult und Starkbierfesten gezeigt, und erst vor kurzem gründete sich in der Region Landshut eine freie Kameradschaft, die ein besonders aggressives Spektrum innerhalb der rechten Szene darstellt.
Die Nazis zu ignorieren oder ihr Tun zu verharmlosen, was viel zu oft von Seiten der Politiker und in unserer Gesellschaft geschieht, macht diese Entwicklung erst möglich.  
Wir sagen deshalb: Bei uns ist kein Platz für Nazis!

Gemeinsam – Stadt und Land – zeigen wir am 12. Mai 2007 mit dem Aktionstag gegen Rechts, dass wir für Toleranz und gegen Rechtsextremismus sind.


12. Mai 2007: 'Kein Bock auf Nazis'-Festival in Landshut


Abends, nach dem Aktionstag, wird in der "Alten Kaserne" Landshut das 'Kein Bock auf Nazis' - Festival stattfinden, bei dem eine bunte Mischung an Bands musikalisch ihre Ablehnung gegenüber Nazis zum Ausdruck bringen wird. Von Latin-Ska bis HipHop, von Elektro bis Punk und Hardcore: an diesem Abend werden subkulturelle Brücken geschlagen, gemeinsam gefeiert und getanzt. Und das aus gutem Grund:

Mehr und mehr ändert sich das Auftreten der Neo-Nazis und ein vermeintlich cooler und oberflächlich "in" wirkender Lifestyle wird propagiert. Erkennungsmerkmal der Faschisten ist schon längst kein kahlrasierter Kopf und keine militärisch wirkende Kombination aus Bomberjacke und Springerstiefeln mehr. Stattdessen wird querbeet durch sämtliche Jugendkulturen hinweg geklaut und kopiert: mit Buttons verzierte Caps, Baggy-Pants und modische Turnschuhe gehören seit einiger Zeit zur Standardausrüstung vieler Jungnazis. Zusätzlich auf Nachwuchsjagd geht man mit kostenlos verteilten Schulhof-CDs, die primär durch schlecht gespielte Rechtsrock- Nummern auffallen.
Dass sich dabei jedoch keineswegs auch die Inhalte zum Progressiven verändert haben, sollte klar sein. Weiterhin wird Intoleranz und Menschenverachtung gepredigt. Wer nicht ins Kozept passt, hat in der neuen deutschen Jugendkultur nichts verloren. Rassismus, Antisemitismus und weitere Sparten diskriminierenden Denkens werden offen und aggressiv propagiert. Die vermeintliche neue Coolness weicht streng hierarchischen und patriarchalen Strukturen.

Hiergegen wollen wir an diesem Abend ein rauschendes Fest veranstalten und somit eine aktive Gegenkultur fördern, die nicht auf Ausgrenzung und Diskriminierung, sondern auf gemeinsamem Feiern, gleichberechtigtem und respektvollem Umgang miteinander und einem ganzen Haufen Spaß und Party basiert.

Wir haben keinen Bock auf Nazis!
Kein Fußbad den Faschisten!
Spaß macht auch Widerstand!

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