
Auch über 60 Jahre nach der
Befreiung vom Faschismus ist es notwendig gegen Nazis aktiv zu werden.
NPD und DVU sitzen heute wieder in Parlamenten. Rechte Aufmärsche und
die Zahlen rechtsextremer Übergriffe auf Menschen nehmen ständig zu.
Auch Stadt und Landkreis Landshut sind von rechter Gewalt betroffen.
Die Naziszene in und um Landshut wird zusehends aktionsfähiger und
schreckt auch vor gewalttätigen Übergriffen und Psychoterror nicht
zurück.
Nazi-Skins treten in größeren Gruppen auf,
rassistische Pöbeleien und Hitlergruß werden immer
unverfrorener auf Dult und Starkbierfesten gezeigt, und erst vor kurzem
gründete sich in der Region Landshut eine freie Kameradschaft, die ein
besonders aggressives Spektrum innerhalb der rechten Szene darstellt.
Die
Nazis zu ignorieren oder ihr Tun zu verharmlosen, was viel zu oft von
Seiten der Politiker und in unserer Gesellschaft geschieht, macht diese
Entwicklung erst möglich.
Wir sagen deshalb: Bei
uns ist kein Platz für Nazis!
Gemeinsam – Stadt und
Land – zeigen wir am 12. Mai 2007 mit dem Aktionstag gegen Rechts, dass
wir für Toleranz und gegen Rechtsextremismus sind.
12.
Mai 2007: 'Kein Bock auf Nazis'-Festival in Landshut

Abends,
nach dem Aktionstag, wird in der "Alten Kaserne" Landshut das 'Kein
Bock auf Nazis' - Festival stattfinden, bei dem eine bunte Mischung an
Bands musikalisch ihre Ablehnung gegenüber Nazis zum Ausdruck bringen
wird. Von Latin-Ska bis HipHop, von Elektro bis Punk und Hardcore: an
diesem Abend werden subkulturelle Brücken geschlagen, gemeinsam
gefeiert und getanzt. Und das aus gutem Grund:
Mehr
und mehr ändert sich das Auftreten der Neo-Nazis und ein vermeintlich
cooler und oberflächlich "in" wirkender Lifestyle wird propagiert.
Erkennungsmerkmal der Faschisten ist schon längst kein kahlrasierter
Kopf und keine militärisch wirkende Kombination aus Bomberjacke und
Springerstiefeln mehr. Stattdessen wird querbeet durch sämtliche
Jugendkulturen hinweg geklaut und kopiert: mit Buttons verzierte Caps,
Baggy-Pants und modische Turnschuhe gehören seit einiger Zeit zur
Standardausrüstung vieler Jungnazis. Zusätzlich auf Nachwuchsjagd geht
man mit kostenlos verteilten Schulhof-CDs, die primär durch schlecht
gespielte Rechtsrock- Nummern auffallen.
Dass sich dabei
jedoch keineswegs auch die Inhalte zum Progressiven verändert haben,
sollte klar sein. Weiterhin wird Intoleranz und Menschenverachtung
gepredigt. Wer nicht ins Kozept passt, hat in der neuen deutschen
Jugendkultur nichts verloren. Rassismus, Antisemitismus und weitere
Sparten diskriminierenden Denkens werden offen und aggressiv
propagiert. Die vermeintliche neue Coolness weicht streng
hierarchischen und patriarchalen Strukturen.
Hiergegen
wollen wir an diesem Abend ein rauschendes Fest veranstalten und somit
eine aktive Gegenkultur fördern, die nicht auf Ausgrenzung und
Diskriminierung, sondern auf gemeinsamem Feiern, gleichberechtigtem und
respektvollem Umgang miteinander und einem ganzen Haufen Spaß und Party
basiert.
Wir haben keinen Bock auf Nazis!
Kein
Fußbad den Faschisten!
Spaß macht auch Widerstand!