Am 5.3.05 griff mich das Störtebeker Netz, die nazistische Seite Altermedia und am 6.3.05 Holger Apfel (NPD Fraktionschef) im sächsischen Landtag in seinem Pressespiegel mit dem dokumentierten antisemitischen Hetzartikel an. Diesen nazistischen Antisemiten werde ich mit allen mir gebotenen Mitteln entgegentreten. Beginnen wird es mit einer Strafanzeige.

Max Brym


"Schalke 04, Jud Brym und unsereiner (06.03.05)


In den vergangenen Tagen berichteten wir gelegentlich über das Vorhaben des Fußballvereins Schalke 04, dessen Vorstand erklärt hatte, künftig Mitglieder von NPD und DVU nicht in seinem Verein mehr dulden zu wollen. Äußerer Anlaß war die Entfernung des NPD-Direktkandidaten für die Landtagswahl in Münster, Dennis Dormuth, aus den Reihen des Vereins. Der Vereinsgeschäftsführer Peter Peters, dem der Gleichheitsgrundsatz des 3. Artikels im Grundgesetz offenbar unbekannt ist, hatte dazu erklärt: „Diese rechtsextremen Parteien sollen wissen, dass sie auf Schalke nicht willkommen sind und wir alles Mögliche tun werden, um sie bewusst aus dem Vereinsleben auszugrenzen.”
Klar, daß eine solche Regelung von bestimmter Seite mit ganz besonderem Beifall bedacht wird. So ließ sich unser alter Judenkumpel Max Brym auf unserer Lieblingsseite www.hagalil.com am 27. Februar gleichfalls zu dieser Thematik vernehmen. So lesen wir dort unter der Überschrift

"Schalke 04: Im Fokus der Nazis":
" …Neben der reinen Fußballkunst ist Schalke 04 ein Verein, der per Satzung Personen mit rassistischen und antisemitischen Positionen im Stadion und von der Mitgliedschaft ausschließt. Dieser Absatz in der Satzung wurde vor Jahren im wesentlichen von der relativ antirassistischen Schalker Fangemeinschaft durchgesetzt. Gegenwärtig ist die Satzung von Schalke 04 für viele antifaschistische Fangruppen in anderen Städten zum Vorbild geworden. Die Münchner Initiative “Löwen gegen Rechts” fordert die Übernahme des antirassistischen Passus von Schalke in die Satzung beim TSV 1860 München. Auf Schalke fand am 21. Februar 05 eine Vereinsvorstandssitzung statt, die in dieser Angelegenheit neue und wichtige Beschlüsse faßte.
NPD- und DVU-Mitglied kann Mitglied von Schalke 04 sein”
Unmittelbar nach der Sitzung erklärte Schalke 04 Geschäftsführer Peter Peters: “Der Verein duldet keine Mitglieder, die der NPD, der DVU oder den Republikanern angehören". Konkret wurde ein NPD-Mitglied ausgeschlossen. Auf die Fragen der Journalisten, “ob das auch Konsequenzen für das Stadion hat", erläuterte Peters: “Wir dulden im Stadion keine rassistischen Sprechchöre und keine Gruppen mit nazistischen Emblemen. Wir werden von unserem Hausrecht Gebrauch machen". In einer Presseerklärung des Vereins ist zu lesen, “dass verschiedene Fangruppen Hinweise an die Vereinsführung gaben".
Das Verhalten der Vereinsführung von Schalke 04 kann nur wärmstens begrüßt und unterstützt werden. Nicht zuletzt sind viele Fußballstadien zu einem festen Rekrutierungsfeld für nazistische Kameradschaften und die NPD geworden. In den Stadien tobt ein Kampf um die “kulturelle Hegemonie". Viele Fußballfans bekämpfen die anwesenden Rassisten und Antisemiten in den Fankurven. Der Sitzplatzbesucher hat dazu meist ein gleichgültiges Verhältnis. Oftmals geht den Verantwortlichen der Clubs die Sache am “A” vorbei. Das gilt es aufzubrechen, das Verhalten der Vereinsspitze von Schalke 04 zu solchen Vorgängen muß den anderen Vereinsbossen um die Ohren gehauen werden. Denn rassistische Gesänge und antisemitische Parolen gehören in vielen Fußballstadien dazu wie die Butter zum Brot. Selbstverständlich hat das bundesdeutsche nazistische Spektrum, die Bedeutung der Entwicklung in Schalke erkannt, der braune Mob geifert und droht.
Vogt will ins Stadion
Der NPD Vorsitzende Udo Voigt will am Sonntag den 27.2.05 ins Stadion zum Heimspiel der Schalker gegen Hannover 96. In einer Presseerklärung der NPD vom 24.2.05 droht Voigt mit vielen national gesinnten Anhängern das Spiel zu besuchen. Die Presseerklärung unter dem Titel “So nicht Herr Assauer” attackiert Schalke 04 als Verein, der dem “multikulturellen Wahn verfallen sei” und ganz im Stile von Uli Hoeneß (Herr Hoeneß wird hier nicht mit der NPD gleichgestellt), wird Schalke als “Schuldenclub” denunziert.
Außerdem bedauert die NPD sehr, “dass der verstorbene Jürgen Möllemann nicht mehr lebt". Dazu sollte man wissen, dass Möllemann tatsächlich einige Jahre dem Beirat von Schalke 04 angehörte. Die NPD meint sinngemäß: “Mit Möllemann hätte es so etwas nicht gegeben". Die Provokation der NPD wird mit ziemlicher Sicherheit verhindert werden, die NPD hat in Gelsenkirchen nicht die Kraft ihr Besuchsrecht gegen den Willen der meisten Fans und der Vereinsführung durchzusetzen.
Schalke 04 wird allerdings im Fokus rechter Hetze und Agitation bleiben. Das Stichwort vom “Schuldenclub” wendet die nazistische Internetseite Störtebeker Netz in altbekannter Weise. Für die braunen Nordlichter verbergen sich hinter den Gläubigern von Schalke 04 “bestimmte Menschen". Angeblich ist wieder einmal “der reiche Jude Schuld", wenn Deutsche etwas Vernünftiges tun. Der antisemitische Wahn des Störtebeker Netzes erklärt de facto Rudi Assauer zum “jüdischen Agenten".“

Es wundert uns, daß Reb Brym in bezug auf uns von „antisemitischem Wahn“ spricht, während er selber in einem, sagen wir mal, da semitisch etwas zu allgemein klingt, in einem jüdischen Wahn befangen ist, der alles als rechtsextrem, antisemitisch oder nationalsozialistisch deutet, was nicht mit seiner Meinung oder den Interessen seiner Nation übereinstimmt. Das ist natürlich verständlich und vollkommen normal, nur sollte man uns keine Vorhaltungen machen, wenn wir uns in erster Linie vor unsere Landsleute stellen, vor allem wenn es darum geht, die Frechheiten eines Reb Brym und seiner Mischpoke abzuwehren. Natürlich machen wir gar keinen Hehl daraus, daß wir Juden über gewisse Vorurteile haben, doch wenn wir das Geschreibsel des Reb Brym so betrachten, dann wird es sicherlich niemanden überraschen, wenn wir uns auf diesem Gebiet wieder einmal mehr bestätigt fühlen.
So ist es schon recht bemerkenswert, wenn Brym hier ausgerechnet einen Vereinspassus feiert, der die Mitgliedschaft im Fußballverein für Angehörige bestimmter Parteien verbieten will. Schon interessant, daß dies ausgerechnet von einer Seite kommt, die immer wieder sehr viel Aufhebens davon macht, daß es Juden früher verboten war, in dem einen oder anderen Verein Mitglied zu werden, weil man sie dort, aus für uns inzwischen nachvollziehbaren Gründen, nicht haben wollte. Wenn Reb Brym es also gut findet, daß mit Angehörigen politisch mißliebiger Parteien bei Schalke 04 ebenso umgesprungen wird, dann sagt er uns damit, daß dies seinerzeit mit den Juden von der Sache her auch ganz in Ordnung gewesen ist und daß sich inzwischen lediglich die politischen Gewichtungen verschoben, das Prinzip aber das gleiche geblieben ist. Eben alles nur eine reine Machtfrage und eine Frage des jeweiligen politischen Zeitpunktes.
Immerhin spricht Brym auch einen Punkt an, der uns auch interessieren würde. So hieß es in der von ihm zitierten Pressemeldung, daß NPD-Chef Udo Voigt angekündigt hatte, am 27. Februar ein Spiel im Schalke-Stadion von Wattenscheid besuchen zu wollen. Tatsächlich scheint es sich hierbei jedoch wohl nur um leere Worte gehandelt zu haben, so ist uns nichts von einem entsprechenden Stadionbesuch Voigts bekannt und auch die offizielle NPD-Bundesseite hüllt sich in Schweigen. Wie heißt es doch so schön, wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über. Das ist in Fällen wie diesen sogar verständlich, allerdings sollte man sich mit großartigen Ankündigungen dann doch etwas zurückhalten, wenn man doch nicht willens oder in der Lage ist, diesen Taten folgen zu lassen.
Was nun die Rolle des Rudi Assauer als „jüdischen Agenten“ betrifft, so steht es Reb Brym natürlich frei, ihn statt „Agenten“ auch Interessenvertreter, nützlichen Idioten oder einfach nur Schabbesgoj zu nennen. Der Effekt bleibt der gleiche. Wir sehen hier nicht den geringsten Grund, uns hier revidieren zu müssen.
Was nun den Passus bei Schalke betrifft, so könnten wir uns schon vorstellen, daß dieser nicht von Ewigkeit ist. So verstößt er eindeutig gegen das Grundgesetz und ist daher verfassungswidrig. Erstaunlich, daß wir dies ausgerechnet einem Menschenrechtsexperten wie Reb Brym erklären müssen, der immerhin einer Nation angehört, die ja bekanntlich ein sehr besonderes Verhältnis zur Gleichheit ist. Doch lassen wir das Grundgesetz doch selber zu Wort kommen, so heißt es dort im dritten Absatz des dritten Artikels in aller Deutlichkeit, nachdem zuvor von der Gleichheit des Menschen vor dem Gesetz die Rede war:
darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“
Allerdings scheint sich dieser Passus noch nicht bis in alle Teile der Bundesrepublik herumgesprochen haben oder vorrangig nur für Nichtdeutsche zu gelten. Doch vielleicht wird dies ja doch noch was, so hat die NPD bereits angekündigt, in diesem Fall rechtliche Schritte einzuleiten. Hoffentlich hört man in Zukunft von diesen etwas mehr, als vom angeblichen Stadionbesuch Udo Voigts in Wattenscheid."