SAV
Mitglieder Brym und Stey bleiben in der Linken
Dokumentation zu einer skurrilen Auseinandersetzung
Einige
eher sozialdemokratisch orientierte „Linke“ innerhalb der
Linken wollten am 17. Januar Max Brym und den Genossen Oliver Stey aus
der Partei „ Die Linke“ ausschließen. Dieser Versuch
scheiterte kläglich. Anbei eine Dokumentation zu dem Vorgang.
Max Brym
Keine
Parteisäuberung gegen Linke innerhalb der "LINKEN"
Stellungnahme
der SAV München zu den Ausschlussverfahren gegen Max Brym und Oliver
Stey
Im Frühjahr 2008 wurden Max Brym und Oliver Stey (beide Mitglied
der Partei die LINKE und der SAV) mit großer Mehrheit als Direktkandidaten
zur Landtagswahl in den Stimmbezirken 108 München-Schwabing (Max
Brym) und 105 München-Moosach (Oliver Stey) nominiert.
Aufgrund des politisch-inhaltlich geführten Wahlkampfes erreichte
Max Brym im Wahlkreis 108 ein Ergebnis von 5 % bei den Erststimmen, Oliver
Stey erreichte im Wahlkreis 105 sogar 5,1 % der Erststimmen, beide rückten
damit auf der Landtagsliste der Linken weit nach vorne. Max Brym kam von
Listenplatz 28 auf Listenplatz 13, Oliver Stey von Listenplatz 43 auf
Listenplatz 14.
Ungeachtet dieses Erfolges und unter Missachtung des Wählerwillens
läuft jetzt gegen beide ein Parteiausschlussverfahren. Die Verhandlung
vor der Schiedskommission findet am 17.1.2009 im Büro der Landesgeschäftsstelle
in München statt.
Der Ausschlussantrag,
gestellt von der Landesvorsitzenden MdB Eva Bulling-Schröter und
dem ehemaligen Landessprecher Harald Weinberg stützt sich formal
betrachtet nicht auf politische Ausschlusskriterien.
Den beiden Direktkandidaten wird unterstellt, zuviel von ihren Persönlichkeitsplakaten
im Wahlkampf geklebt zu haben. Der eigentliche Konflikt ist aber dennoch
politisch zu sehen. Bereits während des Wahlkampfes wurde von den
alt-sozialdemokratischen Parteikadern das Plakat inhaltlich kritisiert.
Sie störten sich an der zentralen Losung "Die Reichen sollen
zahlen" und an den konkreten Forderungen wie höhere Löhne
und Renten, weg mit Hartz IV, kostenlose Kindergärten und kostenlose
Bildung, und der ursprünglichen Forderung nach Enteignung der Banken
und Großkonzerne.
Die Forderung nach Enteignung, die mittlerweile Bestandteil einer breiten
öffentlichen Debatte ist, sorgte dafür, dass Max Brym und Oliver
Stey vor den Kreisvorstand München der Partei die LINKE zitiert wurden.
Um während
des Wahlkampfes einen innerparteilichen Konflikt zu vermeiden, wurde von
Max Brym veranlasst, dass die Parole "Enteignung der Banken und Großkonzerne"
in "Überwindung der Macht von Banken und Großkonzernen"
abgeändert wird.
Dieser Vorschlag wurde angenommen und die Plakate wurden dahingehend abgeändert.
Dennoch hörten die Versuche, die beiden gewählten Mitglieder
der SAV im Wahlkampf zu behindern, nicht auf.
Auf den wöchentlich
einberufenen Sitzungen im Wahlkreis ließen sich die Anhänger
des rechten Parteiflügels um Fritz Schmalzbauer kaum blicken, und
beteiligten sich auch nicht an den laufenden Debatten über die konkrete
Wahlkampfführung.
Ungeachtet eines Beschlusses, die Plakatständer je mit einem Personenplakat,
einem zentralen Plakat der Partei die LINKE, sowie einem Veranstaltungsplakat
zu bekleben (Drittelregelung), hielt sich der rechte Flügel der Partei
an keinen der Beschlüsse.
Ständig wurden die Plakate von Max Brym und Oliver Stey durch reine
Parteiplakate überklebt und teilweise wurden Plakatständer willkürlich
umgestellt, ohne die Kandidaten darüber zu informieren.
Trotz dieser Tatsache führten Max Brym und Oliver Stey einen erfolgreichen
politischen Wahlkampf und machten von ihrem nicht zuletzt vom Wahlgesetz
geschützten, demokratischen Recht auf Personenwerbung Gebrauch.
Letzteres
wird vom rechten Flügel der Partei jetzt in eine abstruse Anklage
verwandelt.
Max Brym und Oliver Stey wird Missbrauch von Parteieigentum vorgeworfen,
man unterstellt ihnen sogar, Veranstaltungsplakate von Gysi/Lafontaine
überklebt zu haben. Dieser Vorwurf entbehrt jeder Grundlage und hat
nur den Zweck, die Kandidaten zu kriminalisieren.
Die eigentlichen Gründe des Vorgehens gegen SAV-Mitglieder und gegen
alle kritischen Stimmen innerhalb der Partei die LINKE sind politische.
Der real
existierende Kapitalismus befindet sich in einer existentiellen Krise.
Hunderttausende Arbeitsplätze stehen 2009 zur Disposition, davon
auch sehr viele in München.
Durch milliardenschwere Rettungspakete werden die Verluste der Banken
sozialisiert, die Gewinne bleiben privatisiert. Die Forderung nach Verstaatlichung
des gesamten Bankensektors unter demokratischer Kontrolle durch die Beschäftigten
und Bürger gewinnt an Masseneinfluss. Die Eigentumsfrage wird von
vielen abhängig Beschäftigten auch im industriellen Sektor gegenüber
den Konzernen aufgeworfen. Auf diese Situation reagiert der rechte Flügel
innerhalb der Linken ziemlich hilflos. Die politisch Verantwortlichen
der Partei die LINKE versuchen Strategien zur Rettung des Kapitalismus
zu entwickeln, statt konsequent die Überwindung dieser Wirtschafts
-und Gesellschaftsform einzuklagen. Der stellvertretende Parteivorsitzende
Klaus Ernst verabschiedete sich kürzlich von der elementaren Forderung
der Linken, Hartz IV bedingungslos zu beseitigen. Ernst spricht nur noch
von einer Erhöhung des Hartz IV Regelsatzes und schließt repressive
Maßnahmen gegen Arbeitslose nicht aus.
Dennoch stellt
die Partei die LINKE eine Alternative für die Arbeiterschaft, die
Arbeitslosen und sozial Ausgegrenzten dar. Die SAV arbeitet aktiv solidarisch
innerhalb der Partei mit dem Ziel, eine kämpferische Arbeiterpartei
aufzubauen.
Die elementare
Forderung, sich konsequent auf die Seite der Streikenden, der Unterdrückten
und Armen zu stellen und als Antwort auf die Grausamkeiten des kapitalistischen
Systems dessen Überwindung zu fordern, finden gegen den Willen von
Klaus Ernst und Fritz Schmalzbauer zunehmend Gehör. Der Wahlkampf
von Max Brym und Oliver Stey war hierfür ein signifikantes Beispiel,
ebenfalls die Wahl des SAV-Ortsvorstandsmitglieds Beate Jenkner zur Bezirksrätin
Obb. für die Partei die LINKE.
Völlig
verantwortungslos und parteischädigend wird jetzt der Versuch gestartet,
diese Entwicklung im Lande Bayern durch bürokratische Machenschaften
wieder rückgängig zu machen. Das Stärkerwerden des linken
Flügels innerhalb der Partei soll durch die fingierten und konstruierten
Gründe der Ausschlussanträge gegen Max Brym und Oliver Stey
verhindert werden.
In Anbetracht der kommenden sozialen Auseinandersetzungen im Wahljahr
2009 fordern wir alle kritischen und engagierten Menschen dazu auf, sich
gegen alle Ausgrenzungs- und Gleichschaltungsversuche zur Wehr zu setzen.
Die Partei
die LINKE kann nur dann eine Alternative zu den bestehenden, neoliberalen
Parteien sein, wenn sie auf ihre kämpferische Einheit setzt, bei
Beibehaltung einer innerparteilichen, pluralen Diskussionskultur.
Ein marxistischer Flügel innerhalb der Partei die LINKE ist unverzichtbar.
Beate
Jenkner
Mitglied des Ortsvorstandes SAV München
Bezirksrätin des Bezirkstags Obb. für die Partei die LINKE
DIE LINKE.Dachau: Solidarität mit den von
Ausschluss bedrohten Mitgliedern der bayerischen LINKEN
Nachdem gegen
den Beitritt von Lucy Redler und anderer Mitglieder der SAV zur Partei
DIE LINKE Einspruch eingelegt wurde, laufen nun Ausschlussanträge
gegen die Parteimitglieder Max Brym und Oliver Stey, die bekanntermaßen
ebenfalls der SAV angehören.
Dass dies ein Zufall sein soll, darf bezweifelt werden. Vielmehr sieht
es danach aus, als ob eine -für ihre Extravaganzen und ihren verbalen
Radikalismus bekannte Gruppe innerhalb der LINKEN entfernt werden soll.
Gleichzeitig werden zentrale Punkte der Parteipolitik in Frage gestellt,
wie etwa die Ablehnung von Auslandseinsätzen bewaffneter Organe des
Staates (wenn man sie die Polizei machen lässt) oder die lächerlichen
Almosenpolitik, die Hartz4 in zentralen Punkten nicht mehr abschaffen
will.
Wir sehen darin eine Fortsetzung der Tradition von Unvereinbarkeitsbeschlüssen
und politischer Selektion, wie sie in der SPD gegenüber Kommunisten
galten und wie sie in der SED gegen linke parteiinterne Kritiker angewandt
wurden. In beiden Parteien hat dieses Vorgehen verheerende Folgen auf
die eigene Entwicklung gehabt. In der SPD führte es zu Schröder
und seine Agenda-Politik, in der SED zur Unfähigkeit die DDR zu reformieren
und letztendlich zu erhalten und zu verteidigen.
Die Vorwürfe gegen die Genossen Brym und Stey lauten zum einen darauf,
Wahlplakate mit Losungen plakatiert zu haben, die mittlerweile von mehreren
Landesparteitagen als politische Forderung beschlossen wurden und in keinster
Weise mit den programmatischen Eckpunkten der Partei kollidieren. Politische
Forderungen, die bekannt waren, als sie von Aufstellungsversammlungen
ihrer Wahlkreise in demokratischer Wahl zu Kandidaten nominiert wurden.
Zum anderen unterstellen die Antragsteller des Ausschlusses Brym, Stey
und ihre Unterstützer hätten die Plakate des Spitzenkandidaten
sowie Plakate mit Oskar und Gregor gezielt überplakatiert. Die Schiedskommission
der bayerischen LINKEN hat den Ausschlussantrag nicht abgelehnt, obwohl
die aufgestellten Behauptungen gegen Brym und Stey entweder politisch
absurd oder juristisch unhaltbar sind.
Um das zu verdeutlichen genügt ein Blick auf den Umgang von bürgerlicher
Polizei und Justiz, wenn ähnliche Vorwürfe zwischen Parteien
im Wahlkampf erhoben werden. Diese Verfahren werden in der Regel eingestellt,
unabhängig davon ob Rechtsextremisten wie die REPs mit damals starkem
Rückhalt im Parteiapparat die PDS anzeigten, die PDS die Staatspartei
CSU oder die bürgerlichen sich untereinander. Eine solche Entwicklung
in der Partei ist äußerst beunruhigend.
Wir, die Unterzeichner, sehen uns durch diese Entwicklungen genötigt,
unsere Solidarität mit Max Brym und Oliver Stey zu erklären
und fordern die Schiedskommission auf, die Ausschlussanträge abzulehnen.
Nicht, weil es uns um die SAV geht, sondern um unsere Partei und wie wir
sie haben bzw. nicht haben wollen.
1. Wir wollen parteiinterne Demokratie und Pluralismus. Die aktive Diskussionsteilnahme
der Betroffenen ist eine notwendige Bereicherung der Diskussion und der
DIskussionskultur.
2. Was wir nicht wollen, ist das Austragen politischer Richtungskämpfe
vor der Schiedskommission mit dem Ergebnis der politischen Eliminierung
einer der Streitparteien.
3. Was wir nicht wollen ist die Bestrafung sehr aktiver Wahlkämpfer,
unabhängig davon ob sie im Einzelfall immer richtig gehandelt haben
mögen.
4. Wir wollen nicht, dass die Schiedskommission Fälle verhandelt,
die jedes bürgerliche Gericht ablehnt zu verhandeln. Und das auch
noch völlig ohne fundierte Beweise.
5. Wir wollen keine politischen Schauprozesse.
Wir empfehlen der Landespartei dringend -vor dem Aufruf zum politischen
Grabenkampf -zu prüfen ob überhaupt genug politische Masse vorhanden
ist um die man sich streiten kann. Kommunal-wie Landtagswahl haben gezeigt,
dass das noch lange nicht der Fall ist.
Somit bleibt die salopp formulierte Frage, ob die Antragsteller nichts
Besseres zu tun haben als ihren politischen Neid über die Schiedskommission
auszutoben. Die Mitglieder der SAV in der oberbayerischen LINKEN haben
mit einem Minimum an Personal und finanziellen Möglichkeiten ca.
1000 Unterstützerunterschriften gesammelt und beachtliche Ergebnisse
in nicht ganz einfachen Wahlkreisen errungen.
Sie haben mit ihren Ergebnissen in beachtlicher Weise das miserable Ergebnis
in Oberbayern unter Spitzenkandidat Fritz Schmalzbauer verschönert.
Für Kreisverband Dachau unterschreiben:
Eva Bernardi – 1. Vorsitzende
Wolf-Dieter Krämer – Stellv. Vorsitzender
Steffen Böhm – Stellv. Vorsitzender
Axel Mende – Pressesprecher
Chris Sedlmair -Wahlkampfmanager
Wolfgang Grain – Mitglied
Simone Bast -Mitglied
SAV-Mitglieder Max Brym und Oliver Stey bleiben
Mitglieder der LINKEN
veröffentlicht: 26.01.2009
Vor dem
Landesbüro der Linken in München war am Samstag, 17.1., einiges
los. Viele Leute, Genossinnen und Genossen sowie Pressevertreter wollten
an dem Ausschlussverfahren gegen die SAV Mitglieder Max Brym und Oliver
Stey teilnehmen.
Aber scheinbar geschehen noch Zeichen und Wunder. Der Antrag auf Parteiausschluss
wurde von den Antragstellern MdB Bulling Schröter und von Harald
Weinberg zurückgezogen. Die Verfahrensbeteiligten hatten sich im
unmittelbaren Vorfeld der Verhandlung in unterschiedlichen Erklärungen
nochmals zu dem Antrag auf Parteiausschluss geäußert.
In Wahrheit war die Rücknahmedes Antrages auf Pareiauschluss nur
konsequent. Die Anklagepunkte gegen Max Brym und Oliver Stey waren wilde
Konstruktionen. Zudem gab es eine breite Solidaritätsbewegung mit
Brym und Stey besonders in Bayern und in München. Viele Mitglieder
der Partei DIE LINKE sprachen sich im Vorfeld des Verfahrens gegen Stey
und Brym für eine offene und kämpferische Linke aus. Ganze Kreisverbände
wie der Kreisverband Dachau, erklärten dezidiert, dass sie gegen
jegliche Ausgrenzung von SAV-Mitgliedern seien. Dies bezogen sie auch
auf die -erklärten SAV Gegner- Klaus Ernst und Thomas Händel
welche in Berlin die Schiedsgerichte gegen SAV-Mitglieder behelligen.
Die erfolgreichen ehemaligen Landtagskandidaten Max Brym und Oliver Stey
vereinbarten mit Eva Bulling Schröter und Harald Weinberg ein Gespräch,
über die Frage wie ein erfolgreicher Wahlkampf im Wahljahr 2009 hinzulegen
ist. Natürlich muss angesichts des Zustandes des real existierenden
Kapitalismus auch die LINKE in Bayern deutlich nach links rücken.
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