Der Krieg gegen den Irak -
Die Kurden und die Friedensbewegung
Bericht über eine Veranstaltung im Münchener Gewerkschaftshaus

von Alexandra Cohen


Am Freitag den 21 Februar fand unter dem genannten Motto, eine Veranstaltung im großen Saal des Gewerkschaftshauses in München statt. Zuerst sprach Hans Brandscheidt zu dem Thema: "Die Berlin Bagdad Connection". Der Referent legte sehr faktenreich die Beziehungen zwischen der deutschen Industrie und dem Irak bis in die jüngste Gegenwart dar. Er verwies auf die traditionell engen deutsch- irakischen Beziehungen, besonders auf die Connection der deutschen Giftgasproduzenten mit dem irakischen Mordregime.

Er zitierte den BDI- Sprecher Wartenberg, jener forderte im Jahr 2000 „eine gegen die USA gerichtete Irakpolitik von der deutschen Regierung “. Nach Brandscheidt, der der „Koalition demokratischer Irak“ angehört, ist die deutsche Außenpolitik reaktionär und durch schnöde wirtschaftliche Interessen bestimmt. Die Lage der Menschen im Irak, gegen die Saddam seit dreißig Jahren Krieg führt, werde hierzulande schlicht ignoriert.


Die kurdische Frage

Dazu sprach der kurdische Schriftsteller Haydar Isik. In seiner Rede erklärte Isik: „Wir Kurden begrüßen einen möglichen Sturz Saddams, denn dieser hätte die Kurden z.B. im Jahr 1988 mit Giftgas angegriffen und im Rahmen der damaligen Anfal- Operation 180000 Kurden ermordet“. Dennoch machte der Referent auf die Gefahr aufmerksam, die vom türkischen Militär ausgehe. Nach Isik beabsichtige die Türkei eine unabhängige kurdische Entwicklung im Irak zu verhindern.


Der Krieg und die deutsche Friedensbewegung

Zu diesem Themenkomplex sprach Max Brym für das Forum International. Brym kritisierte weite Teile der Friedensbewegung. Nach Brym sind drei Probleme gegeben. 1. „Werde nur gegen den amerikanischen Krieg demonstriert, nicht aber gegen den barbarischen deutschen Frieden, oder gegen Kriege im deutschen Interesse“ . 2. „Werden die konkreten Forderungen der Menschen im Irak fast vollständig ignoriert“. Kaum werde nach Brym das Regime im Irak kritisiert. 3.Der Hauptfehler innerhalb der Friedensbewegung sei nach Brym, dass der Hauptgegner nicht im deutschen Imperialismus gesehen werde. Hier gäbe es laut Brym, eine offene Flanke gegenüber nationalistischen und antisemitischen Tendenzen.


Fazit

Die Veranstaltung die von Chaim Frank geleitet wurde, war durch eine intensive Debatte mit dem Publikum äußerst lebhaft. Hans Elas der den Abend für den GEW Arbeitskreis Türkei Kurdistan eröffnete machte in seinem Schlußwort deutlich: „ Diese Veranstaltung war sehr informativ und er wünsche sich öfter solche Diskussionen“.


Alexandra Cohen, 22.3.2003