Naziprovokation
gescheitert
Nazis
aus dem Gewerkschaftshaus geworfen
Am gestrigen
Samstag (11.1.03) wollten zwischen 20 und 30 Nazis an einer Veranstaltung
im Münchner Gewerkschaftshaus teilnehmen. Dort fand ein Antikriegs-Kongress
statt. Am gestrigen Samstag ab 19 Uhr 30 wurde eine spezielle Veranstaltung
zur Lage im Nahen Osten durchgeführt. Im Mittelpunkt der Debatte stand
der Israel-Palästina Konflikt.
An dieser
Diskussion wollten Nazis aus dem Umfeld der "Freien Kameradschaften" beteiligt
sein. Dies ist kein Zufall, denn erst kürzlich nahmen die Faschisten an
einer Kundgebung der attac- Hochschulgruppe teil. Damals reagierte attac
ausgesprochen hilflos gegenüber den Nazis. Mehr als hilflos benahm sich
kürzlich das Forum-Gegenargumente in Räumlichkeiten der Universität.
Dem Nazi
Stefan Wiese wurde Rederecht gewährt. Die MG-Nachfolger verteidigten diesen
Vorgang. Kein Wunder, dass die Faschisten sich im Rahmen ihrer Querfrontstrategie
ermuntert fühlten und jetzt den Schritt ins Münchner Gewerkschaftshaus
wagten. Dieser Schritt wurde ihnen allerdings verwehrt, sie wurden hinausgedrängt.
Der Vertreter von Verdi machte von seinem Hausrecht gebrauch.
Die Debatte
Der Veranstaltungsleiter
erklärte zu Beginn der Versammlung, daß es keine Debatte mit Faschisten
geben könne. "Denn Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen".
Nach den Referaten gab es eine Diskussion, in der u.a die Frage aufgeworfen
wurde, warum die Nazis sich zu Veranstaltungen der Antikriegsbewegung
hingezogen fühlten.
Ein Diskussionsteilnehmer
begründete dies mit den Unklarheiten in dieser Bewegung. Er machte deutlich,
dass durch den "Antizionismus" von teilen der Bewegung eine objektive
Brücke zu den Faschisten besteht. Zudem müsse im deutschen Imperialismus
der Gegner erkannt werden. Wenn dies nicht der Fall sei, gebe es eine
"deutschnationale Friedensbewegung".
Diesem Beitrag
gegen Ende der Veranstaltung wurde nichts entgegnet. Ob das Folgen haben
wird, bleibt abzuwarten, bis dato sehen doch viele in den USA und Israel
ihren Hauptgegner. Wenn das so bleibt, wird trotz des Rauswurfes von Neonazis
aus einer Veranstaltung, die Friedensbewegung gegen den Irak-Krieg, eine
latent antisemitische und antiamerikanische Angelegenheit.
Max Brym,
12. Januar 2003
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