Wie die Landrätin der L/PDS auf Rügen die Vogelgrippe bekämpft


Die L/PDS hat etwas mehr als sechzigtausend Mitglieder. Nach verschiedenen Untersuchungen sind davon rund sechstausend aktiv. Meist handelt es sich um Parlamentarier und „Würdenträger“ aus Gemeinde und Landesparlamenten. Dieser Menschenschlag gibt sich links, allerdings exekutiert er im grauen Alltag sämtliche Grausamkeiten der spätkapitalistischen Gesellschaft. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist die L/PDS Landrätin auf der Insel Rügen, Kerstin Kassner. Frau Kassner erlangte durch die Vogelgrippe in Rügen bundesweite Aufmerksamkeit. Heftig wurde Frau Kassner u.a. durch die Kanzlerin attackiert. Viele in der CDU taten so, als ob die Linkspartei/PDS und ihre Landrätin verantwortlich sei für die Vogelgrippe. Dem ist bekanntlich nicht so, dennoch muß die Frau Landrätin angegriffen werden, denn sie belegte mit ihren Maßnahmen hinlänglich wie unsozial viele kommunale Würdenträger der L/PDS agieren.


Erwerbslose zur Kadaverarbeit

Die Landrätin von Rügen ließ Erwerbslose verseuchte Tierkadaver räumen, nachdem auf Rügen Fälle von Vogelgrippe bekannt wurden. Vor laufender Kamera begründete die Landrätin diese Entscheidung damit, dass ja Staatsdiener und Katastrophenschutz nicht hätten eingesetzt werden können, denn „ die hätten ja vorher geimpft werden müssen“. So durften (besser mußten) Ein-Euro-Jobber ohne Atemmasken einspringen. Die Arbeitsagentur in Stralsund wurde nicht müde zu erklären: „Es wurde niemand gezwungen“. Wer es glaubt wird selig, aber der Vorgang macht schlagartig deutlich wie „kommunale Würdenträger“ der L/PDS aus lauter „staatspolitischer Verantwortung“ durch realen Zwang die Instrumente von Hartz IV nutzen, um mit dem Leben und der Gesundheit von Erwerbslosen zu spielen. Wer in dieser Situation eine prinzipienlose Vereinigung mit der L/PDS anstrebt, ist zwar ebenfalls nicht für die Vogelgrippe verantwortlich, sehr wohl aber für eine Politik die einer wirklichen linken Politik und „Einheit“ schadet. Letzteres richtet sich gegen die Mehrheit im WASG Bundesvorstand, der darum bemüht ist, die Frage nach der „Einheit der Linken“ inhaltslos und sektiererisch auf die Fusion zwischen WASG und L/PDS zu verengen.

Max Brym