Die
Linke in Bayern
Michael Wendl -
Mit Marx und Hilferding gegen Streiks und Gesellschaftsveränderung
Michael Wendl
ist als Landessprecher der „Linken“ in Bayern vor ein paar
Wochen zurückgetreten. Allerdings ist Wendl immer noch Sprecher des
Kreisverbandes der „Linken“ in München. München
ist der größte Kreisverband in Bayern.Hier hat Wendl, fanatische
sozialdemokratische Seilschaften hinter sich, welche sich an Wendls besonders
rechten Positionen nicht stören. Diese Seilschaft besteht zum Teil
aus amtierenden ver.di Funktionären und alten Sozialdemokraten. Unter
dem Motto der „Einheit“ wird Wendl unterstützt von Nicole
Gohlke, ( Mdb- Marx 21) Nicole Fritsche, ( angeblich „Kommunistische
Plattform) und ehemaligen Mitgliedern des Arbeiterbundes, welche sich
auf ihrer abenteuerlichen politischen Irrfahrt in die „ Linke“
hinein begaben.
Die Positionen
Wendls gegen -Arbeitszeitverkürzungen mit vollem Lohnausgleich- gegen
einen -einheitlichen Mindestlohn- und seine Unterstützung von -Privatisierungen-
gerade im Gesundheitswesen sind bekannt. All dies versucht Wendl stets
mit angeblich besonderen Marx Kenntnissen zu rechtfertigen. Dabei schreibt
er ziemlich viel und es bereitet Mühe die ellenlangen Texte zu lesen.
Wendl ist sowohl schriftlich als auch verbal ein ausgesprochener Langweiler.
Dennoch fand
im KV München auf der letzten Kreismitgliederversammlung –
nach seinem Rücktritt als Landessprecher- wieder ein Wendl Gedächtnis
und Achtungstreffen statt. Michael Wendl rechtfertigte Stundenlang seine
im Kern neoliberale Haltung. Diese verbirgt er stets mit passenden oder
unpassenden Marx Zitaten. Er geht dabei methodisch wie die Kriegssozialisten
der SPD zu Beginn des ersten Weltkriegs vor. Die damalige Zustimmung der
Sozialdemokraten zu den Kriegskrediten wurde mit Marx, Engels und Bebel
Zitaten gegen den russischen Zarismus legitimiert. Nicht anders Wendl,
seine Überzeugung, dass der Kapitalismus höchstens im Sinne
Rudolf Hilferdings „organisiert werden kann“ rechtfertigt
er mit Marx Zitaten.
Um ein Beispiel
zu geben, die Polemik von Marx und Engels, gegen das „eherne Lohngesetz“
und die Forderung von Ferdinand Lassalle, nach „einem gerechten
Lohn“ im Kapitalismus ist bekannt. Nachdem Wendl ein Zitat aus dieser
gerechtfertigten Polemik von Marx gegen den „gerechten Lohn im Kapitalismus“
vorbringt, missbraucht er Marx indem er ihn zum Kronzeugen im Kampf für
einen „einheitlichen Mindestlohn“ macht. Die zitierten Klassiker
des Marxismus hätten dem blassen Epigonen Wendl ganz schön die
Ohren lang gezogen. Es ist allerdings nichts neues dass sich die theoretischen
Feinde des Marxismus, als Marxisten verkleiden. Lenin beschrieb das einst
sehr gut.
Aber Wendl
hat ja so seine Bedenken was Lenin betrifft. Er lehnt die leninsche Imperialismus
und Revolutionstheorie bekanntlich komplett ab. Dies ist seinen schriftlichen
Ergüssen zu entnehmen. Wendl argumentiert gegen Lenin gerade in einer
Zeit in der die von Lenin beschriebenen zwischenimperialen Differenzen
im Rahmen der Weltwirtschaftskrise enorm zunehmen. Der griechische Staat
wurde unter Kuratel gestellt, um die Profite und die Kredite von deutschen
Banken, sowie von französischen und schweizer Banken auf Kosten der
griechischen Arbeiterklasse zu retten, es tobt ein massiver Konkurrenzkampf,
um die enger werdenden Märkte.
Jedes nationale
Kapital appelliert an seine Arbeiterklasse -ihm im Konkurrenzkampf- durch
Lohnverzicht und Sozialabbau beizustehen. All dies geht Michael Wendl
am A vorbei. Die tiefste kapitalistische Krise seit 1929 findet im Kopf
von Michael Wendl nur im Sinn von Fritz Tarnow statt. Dieser Gewerkschaftsführer
stellte 1930 fest: „ Wir müssen der Arzt am Krankenbett des
Kapitalismus sein“. Genau auf dieser Schiene befindet sich Wendl
mit seiner Theorie den Kapitalismus im Sinne Hilferdings zu verwalten.
Was Wendl nicht begreift
Der Kapitalismus
ist nicht kurierbar er muss abgeschafft werden. Der slowenische Philosoph
Slavjo Zizek schreibt: „Wir dürfen nicht einfach den Zug der
Geschichte mitfahren, wir müssen die Notbremse ziehen bevor wir an
die Wand fahren. Das müssen wir uns bewusst machen, es hängt
alles von uns ab. Wenn wir die historische Entwicklung einfach so weiterlaufen
lassen, dann wird es in einer noch nie dagewesenen sozialen und ökologischen
Katastrophe enden. Wir müssen endlich handeln, ohne darauf zu hoffen,
dass ein großer Anderer oder die Geschichte auf unserer Seite ist.
Niemand ist auf unserer Seite.“
Um es in
eine andere Sprache zu übersetzen- Für uns Marxistinnen und
Marxisten erschöpft sich die Krise nicht im Rückgang der Wirtschaftsleistung.
Diese Krise ist nicht nur eine ökonomische Krise. Es ist eine wirtschaftliche,
politische, soziale und ökologische Systemkrise, deren Auswirkungen
auf die Lebensverhältnisse der Arbeiterklasse in Deutschland und
weltweit erst noch vollständig spürbar werden und die eine neue
Periode im Niedergang des Kapitalismus einleitet. Drei apokalyptische
Reiter bedrohen die Menschheit- Die ökonomische Krise des Kapitalismus-
die ökologische Krise und die rasante Zunahme von Kriegen.
Die Bourgeosie
in allen Ländern war von der Krise überrascht und schockiert.
Ihr neoliberales Paradigma der Globalisierung und Deregulierung ist zusammen
gebrochen. Die Epoche des ‘deregulierten Kapitalismus’ ist
zu Ende. Manager bestellten plötzlich beim Dietz Verlag Karl Marx
. Der Bischof R. Marx hatte schon vor dem Crash sein Buch "Marx Das
Kapital" verfasst. Durch den stärksten Rückgang in der
weltweiten Wirtschaftsleistung seit Ende des Zweiten Weltkriegs hat die
Bourgeosie die Gefahr für ihr System erkannt und historisch unvergleichliche
Maßnahmen zur Rettung des kapitalistischen Wirtschafts- und Finanzsystems
ergriffen.
Der Zusammenbruch
von Lehman B. war ein entscheidender Wendepunkt im Krisenverlauf. Seitdem
haben die Kapitalisten durch ihre Regierungen 14.000 Milliarden Dollar
in die Wirtschaft und das Finanzsystem gepumpt, um einen systematischen
Zusammenbruch und eine Wiederholung der Großen Depression von 1929
bis 1933 zu verhindern. Das sind 4,7 Prozent des weltweiten Bruttoinlandprodukts
(BIP). Dabei haben sie die in den letzten Jahrzehnten dominante Ideologie
der Entstaatlichung über Bord geworfen und sind zu einer Form von
rechtem Krisen-Keynesianismus übergegangen, der nicht nur zu massiven
staatlichen Rettungsaktionen von Banken und Industrieunternehmen und riesigen
Konjunkturprogrammen, sondern auch zu Verstaatlichungen von einzelnen
Banken und Konzernen geführt hat.
Die SAV schreibt
dazu „Die staatlichen Interventionen und das milliardenfache Pumpen
von Geld in die Wirtschaft hatten die Wirkung, dass die Krise gedämpft
und ein Verlauf ähnlich der Großen Depression erst einmal verhindert
wurde. Sie führen aber nicht zu einem Ende der Krise oder einem neuen,
sich selbst tragenden, Aufschwung. Im Gegenteil: wie schon der Boom bis
zum Ausbruch der Krise auf Pump finanziert war und die Krise nur verzögert
und gleichzeitig verschärft hatte, so werden auch die aktuellen Maßnahmen
der Kapitalisten die Gefahr eines neuerlichen Abgleitens in eine Rezession
und möglicherweise in eine tiefe Depression nicht bannen, sondern
wahrscheinlich zu schärferen Krisenprozessen in der Zukunft führen.
Der Preis für die Rettung der Weltwirtschaft ist groß: Rekordverschuldung,
die zu Rekorddefiziten der öffentlichen Haushalte führt, die
wiederum durch Abbau von Sozialleistungen und Löhnen im öffentlichen
Dienst (zusammen mit der Zunahme von Arbeitslosigkeit) die Konsummöglichkeiten
weiter beschränkt, Gefahr von Inflation und wachsenden Ungleichgewichten
in der Weltwirtschaft.
Die Krise
hat ihre Ursache nicht in Managementfehlern, unverantwortlichem Handeln
von Bänkern, fehlender Regulierung oder Ähnlichem. Ihre tiefere
Ursache liegt in der Funktionsweise des kapitalistischen Systems selbst.
Deregulierung, Aufblähung der Finanzmärkte etc. waren Folge
der tiefer liegenden Profitabilitätskrise des Kapitalismus. Seit
der ersten Weltwirtschaftskrise der Nachkriegszeit 1973-75 leidet der
Kapitalismus an einem Mangel an profitablen Anlagemöglichkeiten in
der so genannten Realwirtschaft. Das hatte zur Folge, dass das Kapital
auf die Finanzmärkte drängte, durch Privatisierung neue Profitquellen
erschlossen wurden, die Ausbeutung der Arbeiterklasse intensiviert und
der Prozess der Globalisierung voran getrieben wurde. Vor allem wurden
aber auch riesige Überkapazitäten aufgebaut, die in der jetzigen
Krise voll zu Tragen kommen und wurde durch Lohndrückerei und Kürzungen
sozialer Leistungen die Nachfrage untergraben.
Der tatsächliche
Abbau dieser Überkapazitäten steht noch bevor. Das heißt,
dass die Krise bisher ihre historische Aufgabe - die Zerstörung von
Kapital zur Schaffung einer Basis für einen neuen Aufschwung - nicht
erfüllt hat. Gleichzeitig gibt es eine Reihe weiterer Faktoren, die
zu einem erneuten Absturz der Weltwirtschaft führen können.
Dazu gehört, dass durch das Pumpen von Geld in die Wirtschaft eine
neue Blase entstanden ist, die die Instabilität der Weltwirtschaft
nur erhöht hat und jederzeit platzen kann.
Der Anstieg
von Aktienkursen und die Bankenprofite der letzten Monate sind deshalb
kein Ausdruck einer tatsächlichen Erholung der Wirtschaft. Sie bringen
vielmehr den parasitären Charakter des heutigen Kapitalismus und
insbesondere des Finanzkapitals zum Ausdruck. Die Banken, die ein entscheidender
Auslöser für die Krise waren, verdienen nun an ihrer eigenen
Rettung durch die kapitalistischen Staaten. Der Dieb wird vom Opfer des
Raubüberfalls ausgezahlt, damit er keinen weiteren Schaden anrichtet.
Eine neuerliche
Bankenkrise ist damit aber nicht verhindert, nicht einmal unwahrscheinlicher
geworden. Es gibt weiterhin im Weltmaßstab eine riesige Menge fauler
Kredite. Die Kreditkartenblase in den USA, die enormen Spekulationen mit
Staatsanleihen und Währungen (so genannte Carry Trades) und die Blase
der Credit Default Swaps sind nur einige Faktoren, die Auslöser eines
neuen Zusammenbruchs sein können. Die Schockwellen, die die Finanzkrise
Dubais in die Weltwirtschaft gesendet hat, sind ein Zeichen für die
enorme Instabilität.
Die Kapitalisten
und ihre Regierungen hoffen sich durch einen einsetzenden Aufschwung vor
einer neuen Bankenkrise zu retten. Dafür gibt es aber keine ernstzunehmenden
Anzeichen. Die Konzentration im Bankensektor ist vor diesem Hintergrund
ein weiterer Krisenfaktor. Joseph Stieglitz, ehemaliger Chefvolkswirt
der Weltbank und Nobelpreisträger, sagte dazu: “Die Probleme
sind heute größer als im Jahr 2007 vor der Krise. In den USA
und vielen weiteren Ländern sind die ‘too-big-to-fail’-Banken
(Banken, die aufgrund ihrer Größe eine so genannte Systemrelevanz
haben und deshalb ‘zu groß zum Scheitern’ sind) noch
größer geworden.”
All dies
hat unser angeblicher Marxist -Wendl- nicht begriffen. Statt konkret die
Lage zu untersuchen macht er sich geschmückt mit Marx Zitaten daran,
den Kapitalismus auf nonkonformistischer Grundlage zu verteidigen. Wendl
will am Kapitalismus herumdrücken statt ihn zu beseitigen. All die
Forderungen nach Enteignungen und nach einem Systemwechsel im Programm,
der Linken gehen ihm am Arsch vorbei. Wendl rechtfertigt den Sozialabbau
mit Marx Zitaten, daneben hat er ein großes politisches Vorbild
Dieses Vorbild heißt Rudolf Hilferding.
Wendl und Hilferding
Der Herausgeber
der Zeitung Vorwärts, Friedrich Stampfer, bezeichnete Hilferding
einst als „Meister in der Kunst, die marxistischen Lehren den praktischen
Bedürfnissen entsprechend zu adaptieren. Hilferding gilt wegen seiner
Herkunft als wichtiger Vertreter des so genannten Austromarxismus. Mitte
der 1920er Jahre, nach der Wiedervereinigung von SPD und USPD, wurde er
als „führender theoretischer Kopf der Partei“ (SPD) angesehen.
Das theoretische Hauptwerk von Hilferding Das Finanzkapital von
1910, welches eine wichtige Quelle für die Imperialismustheorie von
Lenin und Bucharin bildete, erwähnt Wendl nur am Rande.
Auf der Homepage
der Linken KV München steht ein langer Artikel von Wendl unter dem
Titel: „Rudolf Hilferding und die darauf aufbauende Theorie des
Organisierten Kapitalismus .“Wendl versteht den Artikel als wichtigen
Beitrag zur Programmdiskussion der „Linken“. Da der Artikel
nicht als Diskussionsartikel speziell gezeichnet ist entsteht der Eindruck
, dass der Artikel die Meinung der Mitglieder irgendwie wiedergibt. Dem
ist aber nicht so.
Wendl schreibt
in seiner Einleitung: „ Dass ich mich für Hilferding entschieden
habe, hängt direkt mit dem zweiten Ziel zusammen. Hilferding versucht
zu zeigen, wie sich der Kapitalismus in seiner historischen Entwicklung
verändert und wie er sich darin zugleich ökonomisch und politisch
stabilisiert. Er zeigt das von beiden Seiten, sowohl von der Seite des
Kapitals, also des industriellen Kapitals und des Bankenkapitals, als
auch von Seiten der organisierten Arbeit, also der Arbeiterbewegung. Es
bildet sich gerade durch den Einfluss der Arbeiterbewegung spätestens
ab 1918/19 eine Art „mixed economy“ heraus, die den Kapitalismus
ein Stück weit „zivilisiert“ und eine parlamentarische
Demokratie, wie politisch labil diese in der Weimarer Republik auch war,
etabliert. Wir haben es mit einer „institutionellen Einhegung“
des Kapitalismus zu tun, einem Prozess, der aus einer Nationen übergreifenden
Perspektive von Karl Polanyi („The Great Transformation“)
analysiert wurde.“
Der Herr
Theoretiker scheint das letzte Jahrhundert mit seinen Revolutionen, Konterrevolutionen
und die beiden Weltkriege verschlafen zu haben. Hilferding entwickelte
diese Ideen über die „ Zivilisiertheit“ des Kapitalismus
Mitte der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Diesen Theorien folgten
Faschismus und Krieg. Die lange Welle des kapitalistischen Aufschwungs
seit den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts hatte seine wesentliche
Ursache im zweiten Weltkrieg. Überflüssiges Kapital und überflüssige
Arbeitskraft wurde massenhaft vernichtet. Seit 74-75 ist diese lange Welle
des Kapitalismus mit Wachstumssteigerungen von 5 bis 6 % pro Jahr definitiv
vorbei.
In den siebziger
Jahren wurde der Kapitalismus wieder normal und landete seit 2008 in der
größten ökonomischen Krise seit 1929. Ausgerechnet in
dieser Phase will Wendl den Kapitalismus „institutionell und zivilisiert“
vorfinden. Hegel sagte einmal, „die Geschichte wiederholt sich“
und Marx fügte hinzu, „das eine mal als Tragödie das andere
mal als Farce“. Wenn man so will war Hilferding die Tragödie
und Wendl ist die lächerliche Farce auf Hilferding. Im Jahr 1926
behauptete Hilferding zurecht: „"Ich meine, daß ich mich
in diesem Punkt in kompletter Übereinstimmung mit Karl Marx befinde,
dem eine Zusammenbruchstheorie fälschlich zugeschrieben wird. Der
zweite Band des ‘Kapital’ zeigt, wie die Produktion selbst
auf erweiterter Stufenleiter innerhalb des kapitalistischen Systems möglich
ist (...) Er könnte interpretiert werden als eine Lobeshymne auf
den Kapitalismus."
Genau diese
Lobeshymne auf den Kapitalismus singt Wendl wenn er Klinikprivatisierungen
verteidigt. Dabei geht er weit über den Reformisten Hilferding hinaus.
Für Hilferding war der Kapitalismus nicht das Ende der Geschichte,
wohl aber für Michael Wendl. Wendl schreibt: „Insofern ist
ein Rückgriff auf Hilferding und seine Analyse des „Organisierten
Kapitalismus“ sinnvoll, weil sie einerseits die strukturellen Veränderungen
im modernen Kapitalismus thematisiert, andererseits auch bestimmte Illusionen
der politischen Linken über die Veränderbarkeit des kapitalistischen
System deutlich macht.“
Ergo der
Kapitalismus kann nach Wendl nicht grundlegend verändert werden.
Wendl will ihn mitgestalten und ist damit mit Fritz Tarnow dabei, in der
Krise des Kapitalismus, den Arzt am Krankenbett des Kapitalismus zu spielen.
In der jetzigen Phase ist der „zivilisierte Kapitalismus“
aber nur am Leben zu erhalten, wenn man sich auf das Machbare sprich dem
Mittragen des Sozialabbaus positiv bezieht. Letzteres ist keine böswillige
Verleumdung von Wendl, denn er spricht nicht von einer momentanen oder
mittleren Unveränderbarkeit des Kapitalismus- was falsch wäre-
seine Äußerungen sind nur als grundsätzliches Bekenntnis
zum Kapitalismus zu deuten.
Gleichzeitig
spricht sich Wendl deutlich gegen politische Streiks oder einen Generalstreik
hier und jetzt aus: Unser Pseudotheoretiker meint: „Aber auch die
Vorstellung aus dem Massenstreik heraus in eine politische Bewegung gegen
den Kapitalismus zu kommen (Luxemburg) ist einigermaßen idealistisch.“
Ergo Leute, bemüht euch nicht, jeder Widerstand gegen den Kapitalismus
„ist einigermaßen idealistisch“. Herr Wendl wird es
schon für euch regeln und organisieren, so wie er es auch im Aufsichtsrat
der Röhn Klinik für euch tut.
Im Ernst,
die Haltung von Wendl ist in jeder Beziehung mit dem Programmentwurf der
„Linken“ unvereinbar. Er ist auch unvereinbar mit grundsätzlichen
Stellungnahmen zur „Privatisierung Mindestlohn und Arbeitszeitverkürzung“.
Wendl hat an der Spitze des KV München nichts zu suchen. Dieser billige
Hilferding Verschnitt schadet der Partei. Auch in München muss Michael
Wendl aus seinen politischen Ämtern entfernt werden. Am Besten er
tritt wie im Land Bayern selbst zurück, wenn nicht, muss nachgeholfen
werden. Seine prokapitalistischen Artikel haben auf der zentralen Website
des KV München nichts verloren. Die Artikel die nicht dem Konsens
der Partei entsprechen müssen schleunigst entfernt werden.
Max Brym
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